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Nachhaltigkeit bei Messelogistik & Transport

Transportwege rund um die Veranstaltungsorganisation und -durchführung haben einen großen Einfluss auf die Umweltfreundlichkeit der gesamten Veranstaltung. In den Ausführungsbestimmungen können für den Transport von Material durch Dienstleister verpflichtende Kriterien genannt werden, die der Anbieter erfüllen muss, um den Zuschlag zu erhalten.


Dazu gehören Transportplanung, Frachtbewegungen, Material- und Abfallmanagement, verantwortlicher Einkauf, Gebäude – genauso wie Energie- und Fahrzeugeffizienz. So können beispielsweise CO2-Emissionen durch größere Hänger reduziert werden, weil für das gleiche Frachtvolumen weniger Fahrten nötig sind. Weiterhin besteht die Möglichkeit, Feinstaub emittierende Gabelstapler zu ersetzen. Um die Anreise der Messemonteure so kurz wie möglich zu halten, kann auf Monteure vor Ort zurückgegriffen werden. Die Nutzung von Softwarelösungen (Logistik-Tools) unterstützt alle beteiligten Akteure, die Aufgaben effizienter und nachvollziehbar zu erfüllen. Der internationale Messelogistik-Verband (IELA) hat eigene Nachhaltigkeitsrichtlinien für die Branche erarbeitet (https://www.iela.org/ [Zugriff: 17.06.2020]). Auch namhafte Logistiker haben sich inzwischen Nachhaltigkeitsziele auf die Fahnen geschrieben und damit spezielle Produkt-/ Dienstleistungsbereiche geschaffen.

Nachhaltigkeit im Messelager: Lagerfuterale bzw. Transportkisten aus Holz; Kommissionsflächen mit erneuerbaren Energien versorgt, Bild: diko.studio stock.adobe.com

Anregungen für eine Leistungsbeschreibung

Mögliche Anforderungen in der Ausschreibung

  • Die für die Auftragsausführung eingesetzten Fahrzeuge müssen die Anforderungen der Euro-Norm 5/V erfüllen, es sei denn, für den jeweiligen Einsatzzweck existieren keine Fahrzeuge, die diesen Anforderungen entsprechen.
  • Weiterhin können Transporter und Lkw mit Biodiesel, Biomethan oder Bio-LNG (Liquified Natural Gas) betrieben sowie Elektrofahrzeuge eingesetzt werden.
  • Der Einsatz von emissionsfreien oder emissionsarmen Fahrzeugen wird bei der Zuschlagserteilung positiv bewertet. Als emissionsfrei werden Fahrzeuge bezeichnet, die keine schädlichen Stoffe in ihre unmittelbare Umgebung abgeben.
  • Leerfahrten sind unbedingt zu vermeiden.
  • Der Personaleinsatz ist auftragsgebunden und aktuell zu planen. Es sollte, wenn möglich, auf Monteure vor Ort zurückgegriffen werden.
  • Materialeinsatz und Verpackung sind veranstaltungsgebunden zu organisieren.
  • Transportkisten müssen aus Holz sein; Bruchsicherung hat durch Recyclingmaterial oder nachwachsende Rohstoffe, z.B. Mais-Chips, sowie Folienverpackung mit biologisch abbaubaren PLA- Folien bzw. Beuteln aus nachwachsenden Rohstoffen zu erfolgen.
  • Lagerstätten müssen mit erneuerbarer Energie/Strom ausgestattet sein.
  • Die transparente Darstellung/Dokumentation über ein Logistik-Tool wird gefordert.

Auftragsausführung


Wertungskriterien

1. Ressourceneinsparungen, Verminderung von Fahrten 

  • Auf Leerfahrten der Lkw wird verzichtet,
  • Es werden Bahnfahrten für das Personal vorgesehen, um Leerfahrten der Lkw zu vermeiden.
  • Beim Transport werden Schutzmaterialien aus 100% recyceltem Material oder nachwachsenden Rohstoffen statt Plastikplanen bzw. -tüten eingesetzt (z.B. Holz, Kartons, Decken bzw. Textilreste aus Baumwolle bzw. Jute, die mehrfach eingesetzt werden können).

2. Ressourcenschonende Maßnahmen im Lager

  • Kommissionsflächen werden mit erneuerbaren Energien beheizt und/oder aus erneuerbaren Energien mit Strom versorgt.
  • Lagerfuterale/Transportkisten sind überwiegend aus Holz.

Personaleinsatz

Der Personaleinsatz auf der Messe sollte nach dem tatsächlichen Bedarf geplant werden. Durch den Wegfall von zu viel eingesetztem Personal werden der CO2-Ausstoß verringert sowie die Übernachtungskosten reduziert.

Kompostierbares Füllmaterial: Verpackungschips aus Maisstärke. Bild: Loick Biowertstoffe GmbH